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Festung

Radkersburg hatte von Anfang an eine militärstrategische Bedeutung: Auf Grund der Grenzlage zu Ungarn war Radkersburg bereits im Mittelalter von einer hohen Ringmauer mit Wehrtürmen umgeben.
Diese Festung hatte die Aufgabe, einen ersten Ansturm möglicher Feinde aus dem Südosten zu brechen und somit ein Vordringen gegen die Landeshauptstadt Graz durch das untere Murtal zu verhindern.

Die Auseinandersetzungen mit dem Osmanischen Reich im 16. Jahrhundert und das Aufkommen neuer Waffentechniken zwangen zur Erneuerung und Modernisierung der Befestigungsanlagen.  Aufgrund ihrer besonderen Kenntnisse im Festungsbau wurden oberitalienische Baumeister ins Land geholt, allen voran der aus Lugano stammende Domenico dell’ Allio. Als oberster Festungsbaumeister Innerösterreichs zeichnete er auch für die erste Bauphase in Radkersburg verantwortlich. Ab 1546 wurde die Festung Radkersburgs im italienischen Bastionensystem aus- und umgebaut.

Damals war die Stadt von zwei Murarmen umgeben, daraus ergab sich die Insellage Radkersburgs. Zusätzlich leitete man  Wasser in den die Stadt umgebenden tiefen Graben, was wiederum die Gefahr von Überschwemmungen noch stärker werden ließ. Der Murarm an der Nordseite begann ab dem 18. Jahrhundert  jedoch zu versanden und verschwand schließlich ganz.

Im Jahr 1582 wurde Radkersburg auf dem Reichstag von Augsburg zur Reichsfestung erhoben.

Die Festung nahm im Lauf des 16. und 17. Jahrhunderts immer wieder großen Schaden durch Hochwässer und Brände. Sie konnte nie völlig fertig gestellt werden, befand sich oft in sehr schlechtem Zustand, musste häufig  in Stand gesetzt werden und verlor schließlich nach den Friedensschlüssen mit dem Osmanischen Reich ihre Funktion. Schließlich wurde sie  im Jahr 1773 aufgelöst.

Noch heute prägt die Renaissancebefestigung das Erscheinungsbild von Radkersburg.
Auch zahlreiche Renaissancebauten erinnern an das 16. Jahrhundert und tragen die Handschrift italienischer Baumeister, Maurer und Steinmetze.

Stich, Matthäus Vischer, 1681
Luftbild 2008
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